Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist eine Gesprächstherapie, welche oftmals als sehr lebendig und intensiv erlebt wird. Eine weitere Grundlage meines Arbeitens ist die Gesprächspsychotherapie nach Rogers. Beide Verfahren verhelfen Dir zu einem besseren Verständnis Deines Selbst und der momentanen Situation, in der Du Dich gerade befindest.

Gestalttherapie nach Perls:

Unser Leben ist eine ständige Abfolge von sich öffnenden und wieder schließenden „Gestalten“ in unserem Bewußtsein. Ein Bedürfnis zeigt sich mir, es wird zu einer „Gestalt“. Wird das Befürfnis befriedigt, so schließt sich die Gestalt und verschwindet wieder im Hintergrund (einfaches Beispiel: ich habe Durst, ich trinke ein Glas Wasser). Dann tritt das nächste Bedürfnis in den Vordergrund, wird befriedigt und verschwindet wieder.

Ein Problem ist jedoch ein Bedürfnis, welches nicht oder nicht zeitnah wieder geschlossen werden kann. Dies bedeutet: zu einem Ereignis (z. B. einer Kränkung) gehört eine Reaktion (z. B. Wut,Trauer, Schmerz). Wenn diese Reaktion – aus welchen Gründen auch immer – nicht gezeigt oder gar nicht gefühlt werden darf (weil sonst z. B. jemand ärgerlich auf mich wird), so führt dies zu Spannungen. Solche Spannungen blockieren uns im Alltag, können sich in Krankheiten manifestieren und behindern den Fluß des Wachstums.

Dazu eine kleine Geschichte: Zwei Mönche gehen eine lehmige Landstraße hinunter, es regnet. An einer Wegkreuzung treffen Sie eine junge Frau im Seidenkimono, welche nicht über die aufgeweichte Straße gehen kann. „Los, junge Frau“, sagt der eine Mönch auf der Stelle, nimmt sie auf den Arm und trägt sie über den schlammigen Weg. Der andere Mönch schweigt. Am Abend sagt er: „Wir Mönche gehen nicht in die Nähe von Frauen, besonders wenn sie jung und liebreizend sind. Das ist gefährlich. Wieso hast Du das getan?“ „Ich habe die Frau an der Kreuzung zurückgelassen“, antwortet der Mönch, „trägst Du sie immer noch?“                             (Autor unbekannt)

Fritz Perls hat Wege gefunden, Menschen beim Schließen von offenen Gestalten zu helfen, und zwar mittels Wahrnehmungs- und Körperübungen, Traumbearbeitung, Rollenspielen und Gesprächen. Sein Weg heißt: Hinschauen. Hinschauen, auch wenn es schmerzt.

Gesprächspsychotherapie nach Rogers:

Es sind diese drei Grundeinstellungen, welche  ich mitbringe und welche dazu beitragen, dass Du Deine eigenen Lösungen findest:

  1. Unbedingte Wertschätzung Deiner Person
  2. Meine Authentizität, mit welcher ich Dir zuhöre
  3. Meine Empathie, ohne dabei Deine Gefühle mit meinen eigenen zu vermischen, und damit das sensible Herausarbeiten Deiner momentanen Situation.

Ziel der Gesprächstherapie ist es, günstige Bedingungen zu schaffen, so dass Du Deine Probleme klar sehen kannst und Deine eigenen Lösungen findest. Denn jeder trägt die Lösung seiner Probleme bereits in sich. Ich habe hier die Stellung eines Spiegels inne, in dem Du Dich selbst erkennen kannst. Gerne begleite ich Dich dabei, Dich selbst besser kennenzulernen und von diesem Punkt aus neue Wegen gehen zu können.

Literaturtipps:
Rogers, Carl R.: Therapeut und Klient: Grundlagen der Gesprächspsychotherapie; Frankfurt: Fischer Verl., 1997, ISBN: 3-596-42250-7

Perls, Fritz: Grundlagen der Gestalt-Therapie: Einführung und Sitzungsprotokolle; München: Pfeiffer-Verl., 6. Aufl., 1985, 3-7904-0172-2

Egan, Gerard: Helfen durch Gespräch: Ein Trainingsbuch für helfende Berufe; Weinheim: Beltz Verlag, 3. Aufl., 2001, ISBN: 3-407-22052-9

Moeller, Michael Lukas: Die Wahrheit beginnt zu zweit: Das Paar im Gespräch; Reinbek: Rowohlt Verlag, 20. Aufl., 2003, ISBN: 3-499-60379-9

Richter, Kurt F.: Erzählweisen der Körpers: Kreative Gestaltarbeit ind Therapie, Beratung, Supervision und Gruppenarbeit; 2. Aufl., Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, ISBN: 978-3-525-40176-7